{"id":1814,"date":"2015-10-11T17:15:51","date_gmt":"2015-10-11T15:15:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.european-arachnology.org\/wdp\/?p=1814"},"modified":"2015-11-02T16:06:39","modified_gmt":"2015-11-02T15:06:39","slug":"spider-of-the-year-2013-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=1814","title":{"rendered":"Spider of the year 2013 &#8211; DE"},"content":{"rendered":"<h4>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2013<\/h4>\n<p>Die Gemeine Tapezierspinne \u2013 <em>Atypus affinis<\/em> Eichwald, 1830<\/p>\n<p>Die Gemeine Tapezierspinne <em>Atypus affinis<\/em> Eichwald, 1830 geh\u00f6rt zur Familie der Tapezierspinnen (Atypidae). Diese sind die einzigen Vertreter in Mittel-, Nord- und Westeuropa, die den Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae) angeh\u00f6ren, charakterisiert durch die waagrecht nach vorne stehenden (orthognathen) Giftklauen.<\/p>\n<p>Weltweit gibt es innerhalb der Familie Atypidae drei Gattungen mit insgesamt 49 Arten. Die drei (mittel-)europ\u00e4ischen <em>Atypus<\/em>-Arten sind, geordnet nach abnehmender K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, die Mauer-Tapezierspinne <em>Atypus muralis<\/em>, die Pechschwarze Tapezierspinne <em>Atypus piceus<\/em> und die Gemeine Tapezierspinne <em>Atypus affinis<\/em>, die in Westeuropa am h\u00e4ufigsten anzutreffen ist. Die Verbreitung in den einzelnen L\u00e4ndern ist aber unterschiedlich: in Deutschland ist die Gemeine Tapezierspinne die h\u00e4ufigste, in \u00d6sterreich z.B. sogar die seltenste der 3 Arten. Die Tapezierspinnen sind auch auf den Roten Listen einzelner L\u00e4nder bzw. Bundesl\u00e4nder zu finden; dort werden sie in der Vorwarnstufe, oder als gef\u00e4hrdet bzw. stark gef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p>Die Tapezierspinnen sind auf xerotherme Gebiete beschr\u00e4nkt, kommen also in trockenen sandigen und sonnigen-w\u00e4rmebeg\u00fcnstigten Standorten vor. Als Lebensr\u00e4ume werden Kiefernw\u00e4lder, trockene H\u00e4nge \u2013 oft s\u00fcdexponiert \u2013 aber auch magere Wiesen bevorzugt. Atypus affinis kommt im Vergleich zu den anderen Arten mehr im Flachland und in niedrigen Berglagen (bis 600m) vor. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im westlichen und n\u00f6rdlichen (Mittel-)Europa.<\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge des M\u00e4nnchens (ohne Cheliceren) betr\u00e4gt 7-10 mm, die des Weibchens 10-15 mm. Die F\u00e4rbung ist beim M\u00e4nnchen meist tiefschwarz, Weibchen sind dunkelbraun und Jungtiere oft auffallend hell gef\u00e4rbt. Das Sternum kann eindeutig heller sein. Die langen hinteren Spinnwarzen sind dreigliedrig. Dieses Merkmal dient neben andern auch zur Unterscheidung von den anderen beiden Arten, die Pechschwarze Tapezierspinne hat am Endglied der hinteren Spinnwarzen einen unpigmentierten Halbring (dadurch erscheint sie 3\u00bd gliedrig) und die Mauer-Tapezierspinne hat viergliedrige Spinnwarzen. Auch hat <em>A. affinis<\/em> eine pigmentfreie Stelle apikal-au\u00dfen an der Patella des ersten Vorderbeines.<\/p>\n<p>Die Tiere leben in unterirdischen R\u00f6hren von 10-30 cm L\u00e4nge, die sie selbst graben und innen mit Spinnseide austapezieren. Oberirdisch bildet dieses Gespinst einen ca. 1 cm dicken und 10 cm langen &#8220;Fangschlauch&#8221;, der mit Erdpartikel aus der Umgebung getarnt wird. Die Spinne sitzt im Inneren der R\u00f6hre und lauert auf Insekten, die \u00fcber den Fangschlauch laufen. Die Beute wird von unten durch die Schlauchwand hindurch gebissen und hereingezogen; der entstandene Riss wird dann sp\u00e4ter wieder verschlossen. Als Nahrung kommen Ameisen, K\u00e4fer, sowie Tausendf\u00fc\u00dfer in Frage.<\/p>\n<p>Speziell zur Paarungszeit im Sp\u00e4therbst kann man die M\u00e4nnchen au\u00dferhalb ihrer Fangschl\u00e4uche entdecken. Diese haben ihre Hauptaktivit\u00e4t in den Monaten September bis November. Auch das ist ein Unterschied zu A. piceus, wo die Hauptaktivit\u00e4tszeit au\u00dferhalb der R\u00f6hren auf Mai bis Juli beschr\u00e4nkt ist. Denn dann laufen die M\u00e4nnchen von <em>A. affinis<\/em> auf der Suche nach einer Partnerin am Boden umher, betrillern zun\u00e4chst deren Fangschlauch und paaren sich im unteren Teil des Schlauches. Sp\u00e4ter findet hier auch die Eiablage statt. Die Eier werden in einen Kokon im unteren, leicht erweiterten Teil der Wohnr\u00f6hre aufgeh\u00e4ngt. Die im Herbst schl\u00fcpfenden Jungspinnen bleiben, ohne Nahrung aufzunehmen, den Winter hindurch im m\u00fctterlichen Gespinst und verlassen dieses erst in den ersten w\u00e4rmeren Tagen (Anfang\/Mitte M\u00e4rz) und verteilen sich via &#8220;ballooning&#8221; \u2013 also mittels eines Fadenflo\u00dfes durch die Luft. Mitunter konnten bis zu 100 Jungspinnen in einem Fangschlauch gefunden werden.<br \/>\nIm Gegensatz zu den meisten anderen mitteleurop\u00e4ischen Spinnen k\u00f6nnen die Tiere ein hohes Alter, n\u00e4mlich 8-10 Jahre erreichen.<\/p>\n<p>Auf einer Herbstwanderung bietet sich vermutlich die g\u00fcnstigste Gelegenheit, der diesj\u00e4hrigen Spinne des Jahres zu begegnen, wenn die M\u00e4nnchen auf Partnersuche umherstreifen. Oder man entdeckt den gut getarnten Gespinstschlauch. Wie dem auch sei, in beiden F\u00e4llen gilt: &#8220;Es lohnt sich Ausschau zu halten nach der Gemeinen Tapezierspinne&#8221;!<\/p>\n<p>Christoph H\u00f6rweg<\/p>\n<h4>Kontakt \u00d6sterreich und Deutschland<\/h4>\n<p>Mag. Christoph H\u00f6rweg, Naturhistorisches Museum Wien, 3. Zoologische Abteilung, Burgring 7, A-1010 Wien, \u00d6sterreich<br \/>\ne-mail: christoph.hoerwegnhm-wien.ac.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2013<\/p>\n<p>Die Gemeine Tapezierspinne \u2013 <em>Atypus affinis<\/em> Eichwald, 1830<\/p>\n<p>Die Gemeine Tapezierspinne <em>Atypus affinis<\/em> Eichwald, 1830 geh\u00f6rt zur Familie der Tapezierspinnen (Atypidae). 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