{"id":1852,"date":"2015-11-02T13:21:12","date_gmt":"2015-11-02T12:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.european-arachnology.org\/wdp\/?p=1852"},"modified":"2015-11-02T16:04:19","modified_gmt":"2015-11-02T15:04:19","slug":"spider-of-the-year-2012-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=1852","title":{"rendered":"Spider of the year 2012 \u2013 DE"},"content":{"rendered":"<h4>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2012<\/h4>\n<p>Die Gro\u00dfe H\u00f6hlenspinne \u2013 <em>Meta menardi<\/em> (Latreille, 1804)<\/p>\n<p>2012 gibt es in Bezug auf die Spinne des Jahres gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: eine neue Spinnenfamilie (Tetragnathidae &#8211; Streckerspinnen), ein neuer Lebensraum (H\u00f6hle), ein &#8220;gemeinsames&#8221; Jahres-Tier (gleichzeitig das <a href=\"http:\/\/www.hoehlentier.de\/\" target=\"_blank\">H\u00f6hlentier des Jahres<\/a>). Aber alles der Reihe nach, zuerst die Kurzvorstellung der Spinne des Jahres: <i>Meta menardi<\/i> (Latreille, 1804), die Gro\u00dfe H\u00f6hlenspinne.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfe H\u00f6hlenspinne ist eine von 955 bekannten Streckerspinnen weltweit, in Europa kennt man 29, in Mitteleuropa 19 Arten.<\/p>\n<p>Die H\u00f6hlenspinne <i>Meta menardi<\/i> ist geographisch weit verbreitet. Sie besiedelt unterirdische Hohlr\u00e4ume in der gesamten Pal\u00e4arktis mit Ausnahme von Japan. In Mitteleuropa findet man die Spinne zumeist im Bergland, besonders h\u00e4ufig in gro\u00dfen Karstgebieten wie der Fr\u00e4nkischen oder der Schw\u00e4bischen Alb. Die Spinne lebt in unterirdischen H\u00f6hlen, Kellern, Bergwerksstollen und im Inneren von Blockhalden mit mittlerer Feuchtigkeit, bei konstanten Temperaturen ab 7\u00b0C. Gemieden werden H\u00f6hlen mit zu gro\u00dfer Feuchtigkeit und zu hoher Zugluft.<\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge der H\u00f6hlenspinne <i>Meta menardi<\/i> betr\u00e4gt beim M\u00e4nnchen 11 bis 13 mm, beim Weibchen 14 bis 17 mm. Die F\u00e4rbung ist insgesamt meist ziemlich dunkel, Vorderk\u00f6rper r\u00f6tlichbraun, Hinterk\u00f6rper hell- oder dunkelbraun, jeweils mit schwarzen Zeichnungen, oft sind 2 gro\u00dfe Punkte deutlich zu erkennen. Die Beine sind braun und schwarz geringelt.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.northstarveterinaryhospital.com\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/neurontin.html\">neurontin visa<\/a><br \/>\nVerwechslungsgefahr besteht unter Umst\u00e4nden mit <i>Metellina merianae<\/i>(Scopoli, 1763), der Kleinen H\u00f6hlenspinne. Diese ist etwas kleiner und die F\u00e4rbung wirkt eher gr\u00e4ulich. Daf\u00fcr baut sie deutlich gr\u00f6\u00dfere Netze (mit mehr Speichen und Fangf\u00e4den) und ist dadurch in der Lage, verst\u00e4rkt fliegende Insekten in ihre Nahrung mit einzubinden. <i>Meta bourneti<\/i> Simon, 1922 ist hingegen genauso gro\u00df wie <i>M. menardi<\/i> und auch \u00e4hnlich gef\u00e4rbt, ist aber nur vereinzelt aus Rheinland-Pfalz bekannt.<\/p>\n<p>Neben diesen auff\u00e4lligen Arten gibt es in unterirdischen Hohlr\u00e4umen noch eine Vielzahl weitere Spinnenarten, von denen ein nicht unerheblicher Teil Anpassungen an das H\u00f6hlenleben zeigt. Diese Spinnen sind, mit Ausnahme von <i>M. bourneti<\/i> (s. oben) zumeist deutlich kleiner als die vorgenannten Arten und daher nicht zu verwechseln.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.carolinasmilesnc.com\/getting-prednisone-without-prescription\/\">getting prednisone without prescription<\/a><br \/>\nDie Paarung der Spinnen findet meist im Fr\u00fchsommer statt. Das Weibchen baut dann ab Mitte Juli bis Anfang August einen etwa 2 bis 3 cm gro\u00dfen Kokon, der an einem Fadenstrang aufgeh\u00e4ngt wird. Der Kokon umh\u00fcllt die ca. 200 bis 300 Eier, die das Weibchen bis zu dessen Tod noch 2 bis 3 Monate bewacht. Gegen Ende August zerfallen die Eiballen und die Jungspinnen sind dann von au\u00dfen durch den Kokon als kleine schwarze Punkte sichtbar. Der Kokon wird von den Jungspinnen erst im Fr\u00fchjahr verlassen. Der Nachwuchs begibt sich danach zum H\u00f6hlenausgang, wo man ihn einige Tage bis Wochen antreffen kann. Ein Teil der Jungspinnen wandert von hier in andere H\u00f6hlen ab, die restlichen Spinnen verbleiben in der Herkunftsh\u00f6hle. Damit werden die Ausbreitung und der Fortbestand der Art gesichert. Die Gro\u00dfe H\u00f6hlenspinne<i>Meta menardi<\/i> erreicht ein Alter von 2 bis 3 Jahren, anders als die meisten einheimischen Spinnen, die nur ein Jahr leben.<\/p>\n<p>Das 20 bis 30 cm gro\u00dfe Netz der H\u00f6hlenspinne ist als stark rudiment\u00e4r anzusehen (Radnetz mit offener Nabe) und wird selten zum Beutefang genutzt.<i>Meta menardi<\/i> h\u00e4lt sich \u00fcberwiegend in der N\u00e4he der H\u00f6hlenwand auf wo sie Asseln, K\u00e4fer, Tausendf\u00fc\u00dfer, \u00fcberwinternde Schmetterlinge und andere Kleintiere erbeutet, nicht selten auch Schnecken. Oft werden diese an kleinen F\u00e4den im Netz aufgeh\u00e4ngt. Dieses Jagdverhalten ohne Verwendung des urspr\u00fcnglich zum Beutefang gedachten Netzes kann durchaus als verhaltensm\u00e4\u00dfige genetische Anpassung an das H\u00f6hlenleben angesehen werden.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfe H\u00f6hlenspinne <i>Meta menardi<\/i> (auch H\u00f6hlenkreuzspinne genannt, obwohl sie nicht wie die Kreuzspinnen zur Familie der Radnetzspinnen, sondern zu den Strecker- oder Kieferspinnen geh\u00f6rt) ist auf Grund ihrer Gr\u00f6\u00dfe eine der auff\u00e4lligsten H\u00f6hlenbewohner in unseren Breiten. Die Tiere leben ganzj\u00e4hrig in Naturh\u00f6hlen, Bergwerksstollen und Felsenkellern. Diese Tatsache f\u00fchrte dazu, dass diese Spinnenart auch zum &#8220;H\u00f6hlentier 2012&#8221; gew\u00e4hlt wurde. Die Spinne steht f\u00fcr eine gro\u00dfe Zahl an Tierarten, die auf gesch\u00fctzte und frostfreie R\u00fcckzugsorte unter Tage angewiesen sind. Der Verband der deutschen H\u00f6hlen- und Karstforscher e.V. will mit der Wahl des H\u00f6hlentieres darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen \u00d6kosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht (vgl. auch\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.hoehlentier.de\/\" target=\"_blank\">H\u00f6hlentier des Jahres<\/a>).<\/p>\n<p>Gleichzeitig mit der Wahl zum H\u00f6hlentier des Jahres wurde die H\u00f6hlenspinne<i>Meta menardi<\/i> auch zur &#8220;Europ\u00e4ischen Spinne des Jahres 2012&#8221; gew\u00e4hlt. Dies verdeutlicht die gute Zusammenarbeit zwischen den H\u00f6hlenbiologen und den Spezialisten, f\u00fcr die in H\u00f6hlen lebenden Artengruppen. Die Spinnenforscher (Arachnologen) sind dabei auf die Ortskenntnisse und Techniken der H\u00f6hlenforscher (Spel\u00e4ologen) angewiesen, um Erkenntnisse zu den Arten in unterirdischen Lebensr\u00e4umen zu erhalten.<\/p>\n<p>Halten Sie beim n\u00e4chsten Besuch einer H\u00f6hle die Augen offen: die Gro\u00dfe H\u00f6hlenspinne ist nicht weit!<\/p>\n<p>Christoph H\u00f6rweg<\/p>\n<h4>\u00d6sterreich und Deutschland<\/h4>\n<p>Mag. Christoph H\u00f6rweg, Naturhistorisches Museum Wien, 3. Zoologische Abteilung, Burgring 7, A-1010 Wien, \u00d6sterreich<br \/>\ne-mail: christoph.hoerwegnhm-wien.ac.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2012<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfe H\u00f6hlenspinne \u2013 <em>Meta menardi<\/em> (Latreille, 1804)<\/p>\n<p>2012 gibt es in Bezug auf die Spinne des Jahres gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: eine neue Spinnenfamilie (Tetragnathidae &#8211; Streckerspinnen), ein neuer Lebensraum (H\u00f6hle),<\/p>\n<p><span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=1852\">Read more &#8250;<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[98],"tags":[],"class_list":["post-1852","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spider_of_the_year_2012"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1852"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1852\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1853,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1852\/revisions\/1853"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}