{"id":1883,"date":"2015-11-02T14:08:34","date_gmt":"2015-11-02T13:08:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.european-arachnology.org\/wdp\/?p=1883"},"modified":"2015-11-02T16:01:43","modified_gmt":"2015-11-02T15:01:43","slug":"spider-of-the-year-2011-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=1883","title":{"rendered":"Spider of the year 2011 \u2013 DE"},"content":{"rendered":"<h4>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2011<\/h4>\n<p>Die Gemeine Labyrinthspinne \u2013 <em>Agelena labyrinthica<\/em> (Clerck, 1757)<\/p>\n<p>Nachdem 2008 mit der Gattung <i>Tegenaria<\/i> zum ersten Mal eine Vertreterin der Trichternetzspinnen gek\u00fcrt wurde (Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2008), ist nun auch im Jahre 2011 eine weitere Vertreterin dieser Familie zur Spinne des Jahres gew\u00e4hlt worden: <i>Agelena abyrinthica<\/i>, die Labyrinthspinne.<\/p>\n<p>Die Labyrinthspinne ist eine von 1146 bekannten Trichternetzspinnen (Familie Agelenidae) weltweit; in Europa kennt man 180, in Mitteleuropa ungef\u00e4hr 30 Arten.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Familienmerkmal sind die immer deutlich zweigliedrigen hinteren Spinnwarzen. Bei der Labyrinthspinne sind sie zudem stark verl\u00e4ngert &#8211; fast doppelt so lang wie das Grundglied. F\u00fcr Spinnenkundler sind auch noch die mindestens 4 dorsalen Becherhaare (so genannte Trichobothrien) auf dem Endglied (Tarsus) des ersten Beinpaares ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Familien. Im Gr\u00f6\u00dfenvergleich mit anderen Spinnen k\u00f6nnte man Trichternetzspinnen als mittelgro\u00df bezeichnen: das M\u00e4nnchen erreicht in der Regel 8-12, das Weibchen 10-14 mm K\u00f6rperl\u00e4nge. Der Vorderk\u00f6rper ist gelbbraun und tr\u00e4gt auf der Oberseite zwei breite, dunkle L\u00e4ngsbinden, die sich nach vorne stark verschm\u00e4lern. Die Grundfarbe des Hinterk\u00f6rpers ist graubraun; \u00fcber seine R\u00fcckenmitte verl\u00e4uft ein graues L\u00e4ngsband mit einer Reihe wei\u00dfer Winkelflecke \u2013 dadurch entsteht eine Art \u201eFischgr\u00e4tenmuster\u201c. Geschlechtsreife Tiere findet man vornehmlich im Juli und August.<\/p>\n<p>Die Labyrinthspinne bewohnt sonnige, trockene Orte mit niedriger Vegetation oder lockerem Geb\u00fcsch, kommt aber auch an Wald- und Wegr\u00e4ndern und ebenso auf Trockenrasen vor. In Mitteleuropa ist die Labyrinthspinne weit verbreitet und wird daher h\u00e4ufig gefunden.<\/p>\n<p>Die Trichterspinnen bauen charakteristische Netze; diese werden h\u00e4ufig zwischen Gras und niedrigen Str\u00e4uchern ausgespannt, meist dicht \u00fcber dem Boden, seltener in bis zu 1m H\u00f6he im Geb\u00fcsch. Eine ebene Netzfl\u00e4che m\u00fcndet trichterf\u00f6rmig in eine hinten offene Wohn- bzw. auch Fluchtr\u00f6hre. \u00dcber diesem Netz erhebt sich zudem ein weitr\u00e4umiges Raumnetz aus feinen Stolperf\u00e4den.<\/p>\n<p>Ger\u00e4t ein Insekt auf die Netzdecke, eilt die Spinne aus der R\u00f6hrenm\u00fcndung hervor, um es durch Bisse zu bet\u00e4uben oder zu t\u00f6ten. Sie orientiert sich dabei an den von der Beute ausgehenden Schwingungen. Kleinere Insekten, die sich in den Labyrinthf\u00e4den oberhalb des Netzes verfangen, aber keinen Kontakt mit dem Netz selbst haben, k\u00f6nnen ebenso von der Spinne lokalisiert werden, und zwar mit Hilfe von Becherhaaren auf den Beinen, die gleichsam als Ferntastsinnesorgan fungieren. Vermutlich k\u00f6nnen sogar langsam fliegende Insekten ergriffen werden, da die Spinne eine sehr kurze Reaktionszeit (im Mittel 160msec) hat. F\u00fcr die Orientierung im Netz haben auch die Augen eine gro\u00dfe Bedeutung. Die Spinne richtet sich nach hellen oder dunklen, auff\u00e4lligen Objekten in der Umgebung. Au\u00dferdem wird mit den vorderen Mittelaugen die Schwingungsebene des polarisierten Tageslichtes wahrgenommen und zur Richtungsweisung ausgenutzt.<\/p>\n<p>Zur Paarungszeit, meist Mitte Juli, beklopft das M\u00e4nnchen zun\u00e4chst das Netz des Weibchens mit den Kieferf\u00fchlern (Pedipalpen), um sich als Geschlechtspartner erkennen zu geben. Ist das Weibchen paarungsbereit, verharrt es ruhig in der Gespinstr\u00f6hre, wo dann auch die Begattung stattfindet.<br \/>\nUngef\u00e4hr einen Monat sp\u00e4ter, etwa Anfang bis Mitte August, fertigt das Weibchen seinen gro\u00dfen, wei\u00dfen Eikokon. Der innere Kokon (die eigentliche Eikammer mit 50-130 Eiern) wird am Rand durch mehrere radi\u00e4re Seidenb\u00e4nder gestrafft und an der Nestwand frei und elastisch aufgeh\u00e4ngt. Die Wand des Einestes besteht aus einem dichten z\u00e4hen Gewebe und wird zudem noch getarnt (z.B. mit Laub). Noch im selben Jahr schl\u00fcpfen die Jungspinnen und \u00fcberwintern im Nest, wobei sie sich von dem im Hinterleib gespeicherten Dottervorrat ern\u00e4hren. Die jungen Spinnen verlassen das sch\u00fctzende Einest erst im kommenden Fr\u00fchjahr.<\/p>\n<p>Es wird nicht schwer fallen, bei einem Spaziergang im Sommer 2011, die Labyrinthspinne zu entdecken \u2013 lauernd in der Wohnr\u00f6hre ihres faszinierenden Trichternetzes, mit geschickten schnellen Bewegungen die Beute \u00fcberw\u00e4ltigend \u2013\u00a0 freuen wir uns gemeinsam \u00fcber Ihre Anwesenheit!<\/p>\n<p>Christoph H\u00f6rweg<\/p>\n<h4>Kontakt \u00d6sterreich und Deutschland<\/h4>\n<p>Mag. Christoph H\u00f6rweg, Naturhistorisches Museum Wien, 3. Zoologische Abteilung, Burgring 7, A-1010 Wien, \u00d6sterreich<br \/>\ne-Mail: christoph.hoerwegnhm-wien.ac.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2011<\/p>\n<p>Die Gemeine Labyrinthspinne \u2013 <em>Agelena labyrinthica<\/em> (Clerck, 1757)<\/p>\n<p>Nachdem 2008 mit der Gattung <i>Tegenaria<\/i> zum ersten Mal eine Vertreterin der Trichternetzspinnen gek\u00fcrt wurde (Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2008), ist nun auch im Jahre 2011 eine weitere Vertreterin dieser Familie zur Spinne des Jahres gew\u00e4hlt worden: <i>Agelena abyrinthica<\/i>,<\/p>\n<p><span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=1883\">Read more &#8250;<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[99],"tags":[],"class_list":["post-1883","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spider_of_the_year_2011"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1883"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1884,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1883\/revisions\/1884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}