{"id":1906,"date":"2015-11-08T13:49:43","date_gmt":"2015-11-08T12:49:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.european-arachnology.org\/wdp\/?p=1906"},"modified":"2016-02-07T21:30:51","modified_gmt":"2016-02-07T20:30:51","slug":"spider-of-the-year-2010-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=1906","title":{"rendered":"Spider of the year 2010 \u2013 DE"},"content":{"rendered":"<h4>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2010<\/h4>\n<p>Die Kreuzspinne \u2013 <em>Araneus diadematus<\/em> Clerck, 1757<\/p>\n<p>Sie z\u00e4hlt wohl zu den bekanntesten Spinnen \u00fcberhaupt: die Gartenkreuzspinne. Dies belegen auch die Hits in der Suchmaschine \u201eGoogle\u201c: Es sind (zumindest auf <a href=\"http:\/\/www.google.at\/\" target=\"_blank\">www.google.at<\/a>, Stand 14.11.2009) ungef\u00e4hr 166.000 f\u00fcr den deutschen Namen Gartenkreuzspinne bzw. 57.100 f\u00fcr die wissenschaftliche Bezeichnung <i>Araneus diadematus<\/i> (lat. <i>Araneus<\/i> = Spinne,<i>diadematus<\/i> = mit einer Kopfbinde geschm\u00fcckt).<\/p>\n<p>Die Gartenkreuzspinne geh\u00f6rt zu der Familie der Radnetzspinnen (Araneidae), die weltweit mit knapp 3.000 Arten, in Mitteleuropa mit ungef\u00e4hr 50 Arten, vertreten ist. Dazu z\u00e4hlen mittelgro\u00dfe bis gro\u00dfe Arten (Weibchen 10-18 mm, M\u00e4nnchen 5-9 mm) mit stark bestachelten Beinen. Die ortstreuen Spinnen bauen typische Radnetze mit einer Klebfadenspirale als Fangfaden.<br \/>\nWeitere bekannte Vertreter sind die Vierfleck-Kreuzspinne <i>Araneus quadratus<\/i>, die Marmorierte Kreuzspinne <i>Araneus marmoreus<\/i> oder auch die Br\u00fcckenkreuzspinne <i>Larinioides sclopetarius<\/i>.<\/p>\n<p>Die Gartenkreuzspinne weist immer die charakteristische namengebende Kreuzzeichnung am Hinterleib auf. Dieses Muster setzt sich aus 5 wei\u00dfen Flecken (4 l\u00e4nglichen und 1 rundlichen, in der Mitte liegenden) zusammen \u2013 teilweise mit flie\u00dfenden \u00dcberg\u00e4ngen \u2013 und beruht auf dem Durchschimmern oberfl\u00e4chennaher Ablagerungen von Guanin, einem Stoffwechsel-Endprodukt.<br \/>\nMeist findet sich auf dem R\u00fccken des Hinterleibs auch noch eine mehr oder weniger deutliche Blattzeichnung, die oft seitlich begrenzt ist. Der Hinterk\u00f6rper ist im vorderen Drittel am breitesten (dadurch erscheint der Vorderrand etwas eckig) im Gegensatz zu \u00e4hnlichen Arten wie <i>A. quadratus<\/i> oder <i>A. marmoreus<\/i> \u2013 hier ist die gr\u00f6\u00dfte Breite ungef\u00e4hr in der Mitte, wodurch der Vorderrand rundlich erscheint.<br \/>\nDie F\u00e4rbung selbst ist sehr variabel und reicht von gelblich \u00fcber r\u00f6tlich bis hin zu mannigfaltigen Braun-Variationen. Das M\u00e4nnchen erreicht 5-10, das Weibchen 12-17 mm K\u00f6rperl\u00e4nge.<\/p>\n<p>Die Gartenkreuzspinne baut ihr gro\u00dfes kreisf\u00f6rmiges Radnetz meist in Bodenn\u00e4he oder an den unteren Zweigen von B\u00e4umen und Str\u00e4uchern. Im Gegensatz zu anderen <i>Araneus<\/i>-Arten h\u00e4lt sich <i>A. diadematus<\/i> tags\u00fcber meist auf der Nabe (oberhalb der Netzmitte) auf. Ein Schlupfwinkel neben dem Netz fehlt meist, kann aber gelegentlich auch vorhanden sein.<\/p>\n<p>Radnetze stellen die bekannteste Form des Spinnennetzes dar. Vergleichsweise wenig Spinnmaterial bildet eine gro\u00dfe Fangfl\u00e4che. Es ben\u00f6tigt nur wenige Anheftungspunkte, ist aber fest und flexibel zugleich. Signale von einem im Netz zappelnden Insekt werden auf direktem Weg zur Nabe des Netzes (und von dort zum Schlupfwinkel neben dem Netz, falls die Spinne dort lauert) \u00fcbertragen. Durch die spezielle (geometrische) Anordnung der Spinnf\u00e4den kann sich die Spinne orientieren und bewegen ohne mit den eigenen Fangf\u00e4den in Ber\u00fchrung kommen zu m\u00fcssen. Auch wird das Netz regelm\u00e4\u00dfig erneuert, indem die Spinne das alte Netz einfach auffrisst, um die wertvollen \u201eBaustoffe\u201c (Proteine) wieder zu verwerten!<\/p>\n<p>Zum Herstellen von Eikokons (zum Schutz der Nachkommen) wird ebenfalls Seide verwendet: Im September und Oktober stellt das Weibchen an verborgenen Stellen mehrere Eikokons aus gelber Fadenwolle her. Die Jungen verlassen diesen erst nach der \u00dcberwinterung und reifen bis zum Sp\u00e4tsommer des Folgejahres wieder zu erwachsenen Spinnen heran. Die Art erreicht in der Regel ein Alter von zwei Jahren.<\/p>\n<p>Die Gartenkreuzspinne besiedelt zahlreiche und verschiedenartige Lebensr\u00e4ume, von Waldr\u00e4ndern \u00fcber Wiesen bis hin zu unseren G\u00e4rten.<br \/>\nDamit sollte es nicht schwer fallen, sie bei einem gem\u00fctlichen Spaziergang anzutreffen und das Netz \u2013 wahrlich ein Meisterwerk der Natur \u2013 zu bewundern. Denken Sie auch daran, vor wie vielen l\u00e4stigen Fliegen, M\u00fccken und andere Insekten uns dieses Netz bewahrt. Betrachten wir die Gartenkreuzspinne im Speziellen, aber Spinnen allgemein als N\u00fctzlinge!<\/p>\n<h4>Kontakt \u00d6sterreich und Deutschland<\/h4>\n<p>Mag. Christoph H\u00f6rweg, Naturhistorisches Museum Wien, 3. Zoologische Abteilung, Burgring 7, A-1010 Wien, \u00d6sterreich<br \/>\nchristoph.hoerweg(a)nhm-wien.ac.at<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2010<\/p>\n<p>Die Kreuzspinne \u2013 <em>Araneus diadematus<\/em> Clerck, 1757<\/p>\n<p>Sie z\u00e4hlt wohl zu den bekanntesten Spinnen \u00fcberhaupt: die Gartenkreuzspinne. Dies belegen auch die Hits in der Suchmaschine \u201eGoogle\u201c: Es sind (zumindest auf <a href=\"http:\/\/www.google.at\/\" target=\"_blank\">www.google.at<\/a>,<\/p>\n<p><span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=1906\">Read more &#8250;<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":740,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[100],"tags":[],"class_list":["post-1906","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spider_of_the_year_2010"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1906","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/740"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1906"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1906\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2344,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1906\/revisions\/2344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}