{"id":2013,"date":"2015-11-08T19:31:10","date_gmt":"2015-11-08T18:31:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.european-arachnology.org\/wdp\/?p=2013"},"modified":"2015-11-08T19:31:10","modified_gmt":"2015-11-08T18:31:10","slug":"spider-of-the-year-2006-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=2013","title":{"rendered":"Spider of the year 2006 \u2013 DE"},"content":{"rendered":"<h4>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2006<\/h4>\n<p>Die Ver\u00e4nderliche Krabbenspinne &#8211; <em>Misumena vatia<\/em> (Clerck 1757)<\/p>\n<p>Zur ersten Europ\u00e4ischen Spinne des Jahres wurde f\u00fcr das Jahr 2006 die Ver\u00e4nderliche Krabbenspinne \u2013 <i>Misumena vatia<\/i>(Clerck 1757) \u2013 gew\u00e4hlt. Wie alle Krabbenspinnen ist auch<i>Misumena<\/i> an ihren zur Seite gerichteten Beinen zu erkennen, die der Familie ihren Namen geben. Die Vorderbeine sind dabei l\u00e4nger als die Hinterbeine. Von den anderen Arten in Deutschland unterscheidet sie sich durch ihre F\u00e4higkeit, ihre K\u00f6rperfarbe zu wechseln. Dabei besitzt sie ein Farbsprektrum von gelb bis wei\u00df.<\/p>\n<p><b>Biologie und Reifezeit<\/b><\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderliche Krabbenspinne ist wie andere Vertreter dieser Familie auch ein Ansitz- oder Lauerj\u00e4ger und lauert meist in Bl\u00fcten auf anfliegende Insekten. Mit den kleinen hinteren Beinpaaren halten sich die Spinnen am Untergrund fest. Die vorderen beiden Beinpaare sind st\u00e4rker ausgebildet, werden hoch gereckt und packen einen ahnungslosen Bl\u00fctenbesucher blitzschnell, w\u00e4hrend gleichzeitig Gift injiziert wird. Die Beute wird dann meist an wenigen Stellen eingespeichelt und durch kleine L\u00f6cher ausgesaugt, so dass eine beinahe intakte H\u00fclle zur\u00fcckbleibt.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderliche Krabbenspinnen sind durch ihre Farbver\u00e4nderung auf gelben und wei\u00dfen Bl\u00fcten hervorragend getarnt. Dieser aktive Vorgang kann nur von erwachsenen Weibchen durchgef\u00fchrt werden und dauert einige Tage. Die Tiere scheinen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge f\u00fcr ihre Feinde und auch f\u00fcr potenzielle Beutetiere \u201aunsichtbar\u2019 zu sein.<\/p>\n<p>Geschlechtsreife Tiere k\u00f6nnen von Mai bis Juli beobachtet werden. Die deutlich kleineren M\u00e4nnchen paaren sich im Fr\u00fchsommer mit den Weibchen, wobei sie einige Zeit auf deren Hinterleib verweilen und sich zur Begattung auf die Bauchseite des Weibchens begeben. Der Kokon wird u.a. zwischen Bl\u00e4tter abgelegt, die mit Spinnf\u00e4den zusammengewoben werden. Jungtiere \u00fcberwintern in der Bodenstreu und pflanzen sich im darauf folgenden Jahr fort.<\/p>\n<p><b>Vorkommen und Verbreitung<\/b><\/p>\n<p>H\u00e4ufig bewohnt werden offene Lebensr\u00e4ume wie Wiesen, Moore und Felder, aber auch sonnenbeschienene Weg- und Waldr\u00e4nder, Ruderalfl\u00e4chen und G\u00e4rten. In Deutschland scheint die Art nach derzeitigen Kenntnisstand im Norden seltener zu sein als in s\u00fcdlichen Landesteilen. Nachweise aus allen Regionen sind (mit Bildnachweis) gerne willkommen (Kontakt siehe unten). In Europa kommt <em>Misumena<\/em> von Skandinavien bis zum Mittelmeerraum vor. Zudem ist sie im n\u00f6rdlichen Asien und Nordamerika verbreitet.<\/p>\n<p>Die anderen \u00fcber 40 Arten der Gattung <i>Misumena<\/i> sind in den Tropen und Subtropen verbreitet.<\/p>\n<p><b>Merkmale und \u00e4hnliche Arten<\/b><\/p>\n<p>Nur die ausgewachsenen Weibchen zeigen die kr\u00e4ftige Gelb- oder Wei\u00dff\u00e4rbung. Neben den beiden Varianten kommen alle Farb\u00fcberg\u00e4nge mit gr\u00fcnlich-wei\u00dfen T\u00f6nen vor. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen rote Streifen am Hinterleib auftreten. Der Vorderleib tr\u00e4gt auf der Oberseite zwei dunklere Streifen. Das deutlich kleinere M\u00e4nnchen besitzt einen dunkelbraunen Vorderleib sowie dunkle Vorderbeine, die hintere H\u00e4lfte des K\u00f6rpers ist gelb mit dunklem Muster.<\/p>\n<p>Es gibt eine Art in Deutschland, die ebenfalls aktiv ihre Farbe wechseln kann: <i>Thomisus onustus<\/i>, hier ist das Spektrum aber erweitert und zwar von von Wei\u00df \u00fcber Gelb nach Violett. Au\u00dferdem kann man <i>Thomisus<\/i> an seinem zweizipfeligen Hinterleib sowie an den auf Ausw\u00fcchsen stehenden Seitenaugen erkennen. Dar\u00fcber hinaus kann es in Mitteleuropa zu Verwechselungen mit gr\u00fcngef\u00e4rbten Arten von Krabbenspinnen (<i>Diaea dorsata, Diaea pictilis, Misumenops tricuspidatus, Heriaeus mellotei, Heriaeus graminicola<\/i>) geben, da Jungtiere von <i>Misumena vatia<\/i> eine gr\u00fcnliche F\u00e4rbung zeigen, evtl. weil sie sich eher auf gr\u00fcnen Pflanzenteilen wie Bl\u00e4ttern aufhalten.<\/p>\n<p>Wegen ihrer auff\u00e4lligen F\u00e4rbung und ihrer Variabilit\u00e4t wurde <i>Misumena vatia<\/i> unter mehr als 20 verschiedenen wissenschaftlichen Namen beschrieben. Erst die moderne Systematik und die Betrachtung verwandtschaftlich relevanter Merkmale konnten diese Synonymien aufdecken.<\/p>\n<p><strong>Ethymologie<\/strong><\/p>\n<p>Gattungsname: \u03bc\u03b9\u03c3\u03bf\u03cd\u03bc\u03b5\u03bd\u03bf\u03c2 [mis\u00famenos] (Griechisch) \u2013 verhasst; \u03bc\u03b9\u03c3\u03ad\u03c9 [mis\u00e9o] (Griechisch) \u2013 hassen<br \/>\nArtname: vatius, -a, -um (latein) \u2013 nach au\u00dfen gebogen (bogenbeinig), O-beinig, \u201eS\u00e4belbein\u201c<\/p>\n<p><b>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres (European Spider of the Year \u2013 ESY)<\/b><\/p>\n<p>Seit 2000 w\u00e4hlt ein deutschsprachiges Kuratorium aus Fachleuten aus der Schweiz, aus \u00d6sterreich und aus Deutschland eine Spinnenart aus, um sie f\u00fcr ein Jahr in den Fokus des Interesses zu stellen. Nach der Wasserspinne (2000), wurden die Wespenspinne (2001), die Listspinne (2002), die Gro\u00dfe Zitterspinne (2003), die Gr\u00fcne Huschspinne (2004) und die Zebraspringspinne (2005) ausgew\u00e4hlt. W\u00e4hrend das Projekt in den ersten Jahren ausschlie\u00dflich in den drei deutschsprachigen L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt wurde, nahmen 2005 auf die Idee von belgischen Kollegen hin Belgien und die Niederlande teil. F\u00fcr 2006 wurde zum ersten Mal und wohl einmalig ein echtes europ\u00e4isches Projekt organisiert. So wird<em>Misumena<\/em> von Skandinavien bis zum Mittelmeer und von Irland bis nach Ungarn f\u00fcr die Gruppe der Spinnen werben und die interessanten Seiten dieser n\u00fctzlichen Tiere aufzeigen.<\/p>\n<p>Peter J\u00e4ger &amp; Martin Kreuels<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2006<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderliche Krabbenspinne &#8211; <em>Misumena vatia<\/em> (Clerck 1757)<\/p>\n<p>Zur ersten Europ\u00e4ischen Spinne des Jahres wurde f\u00fcr das Jahr 2006 die Ver\u00e4nderliche Krabbenspinne \u2013 <i>Misumena vatia<\/i>(Clerck 1757) \u2013 gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=2013\">Read more &#8250;<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[104],"tags":[],"class_list":["post-2013","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spider_of_the_year_2006"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2013"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2013\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2014,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2013\/revisions\/2014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}