{"id":2736,"date":"2017-12-31T15:46:42","date_gmt":"2017-12-31T14:46:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.european-arachnology.org\/wdp\/?p=2736"},"modified":"2017-12-31T15:48:33","modified_gmt":"2017-12-31T14:48:33","slug":"spider-of-the-year-2017-de-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=2736","title":{"rendered":"Spider of the year 2018 &#8211; DE"},"content":{"rendered":"<h4>Die Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2018<\/h4>\n<p>Die Fettspinne \u2013 <em>Steatoda bipunctata<\/em> (Linnaeus, 1758)<\/p>\n<p>Die Fettspinne, <em>Steatoda bipunctata<\/em> (Linnaeus, 1758), geh\u00f6rt zur Familie der Haubennetzspinnen (= Kugelspinnen, Theridiidae). Diese Spinnenfamilie z\u00e4hlt weltweit 2.487, und in Europa 228 Arten. Die Gattung <em>Steatoda<\/em> ist in Europa mit 13 Arten vertreten, in Mitteleuropa sowie in \u00d6sterreich kommen 6 Arten vor.<\/p>\n<p>Die Fettspinne kommt in allen L\u00e4ndern Europas vor. Ihre Vertikalverbreitung ist vornehmlich planar\/kollin (bis 800m Seeh\u00f6he), es gibt aber auch Fundmeldungen bis 2000m Seeh\u00f6he, z.B. in den Alpen.<\/p>\n<p>Als Netzbauerin ist die Art meist in oder an Geb\u00e4uden zu finden, z.B. unter Fenstersimsen; die Fettspinnen geh\u00f6rt zu den eher anspruchslosen Spinnen und kann selbst in sehr trockenen R\u00e4umen gut \u00fcberleben. Auch im Freiland ist sie zu Hause, vornehmlich in G\u00e4rten, Hecken und W\u00e4ldern \u2013 vor allem unter Rinde von B\u00e4umen \u2013, in Felsspalten oder unter Steinen. Sie kann stellenweise sehr h\u00e4ufig angetroffen werden, und gilt somit in \u00d6sterreich ebenso wie in ganz Mitteleuropa als nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge betr\u00e4gt bei den Weibchen 4,5-7 mm, bei den M\u00e4nnchen 4-5,5 mm. Der K\u00f6rper wirkt fettig gl\u00e4nzend, speziell der etwas abgeflachte Hinterleib, daher auch der Name Fettspinne. Die Grundf\u00e4rbung des Vorderleibs ist braun bis fast schwarz, der Hinterleib ist in der Mitte meist hellbraun und wird gegen den Rand hin dunkelbraun bis schwarz. Meist ist ein mehr oder weniger deutlicher heller Mittelstreifen vorhanden sowie ein breites helles Band auf der Vorderseite. Oft kann man 4 kleine dunkle Punkte erkennen (diese markieren die innenliegenden Muskelansatzstellen). Die Beine sind rotbraun gef\u00e4rbt und weisen dunkle Ringe auf.<\/p>\n<p>Die Fettspinne baut \u2013 meist in Ecken oder Nischen &#8211; ein dreidimensionales Deckennetz mit einer mehr oder weniger dicht gesponnenen Netzdecke, nach oben und vertikal zur Seite gerichteten Spinnf\u00e4den und mit nach unten gerichteten, einzelnen Fangf\u00e4den. Nur diese tragen an ihrem unterem Ende Klebetropfen. Daran bleiben die Beutetiere h\u00e4ngen, der Faden l\u00f6st sich und die Spinne eilt aus ihrem Unterschlupf, meist eine Spalte in Netzn\u00e4he, herbei. Die Fettspinne \u00fcberw\u00e4ltigt nicht nur kleine Insekten, sondern auch gr\u00f6\u00dfere Spinnen wie z.B. die Hauswinkelspinne.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Fettspinnen sind ganzj\u00e4hrig anzutreffen, die M\u00e4nnchen allerdings vorwiegend in der Paarungszeit von Juni bis Oktober. W\u00e4hrend der Balz setzt das M\u00e4nnchen Zirplaute ein: zur Lauterzeugung wird dabei ein scharfer Grat am vorderen Ende des Hinterleibs \u00fcber Schrillleisten, die an der Hinterseite des Vorderk\u00f6rpers liegen, gezogen. Damit wird das Weibchen aus dem Schlupfwinkel gelockt und die Paarung, welche in der Regel in Herbst und teilweise auch im Fr\u00fchjahr stattfindet, kann vollzogen werden. Das Weibchen legt danach ca. 50-100 pinkfarbene Eier in einen wei\u00dfen Kokon, der am Netz angebracht wird, ab.<\/p>\n<p><em>Steatoda bipunctata<\/em> wird mitunter mit <em>Steatoda castanea<\/em> verwechselt, einer Art, welche \u00e4hnliche Lebensr\u00e4ume besiedelt, aber meist eine hellere F\u00e4rbung aufweist und auch nur im Fr\u00fchjahr zu finden ist.<\/p>\n<p>Warum wurde die Fettspinne zur Europ\u00e4ischen Spinne des Jahres gew\u00e4hlt?<\/p>\n<p>Einerseits, weil diese Art in vielen H\u00e4usern zu finden und auch einigerma\u00dfen gut zu erkennen ist. Andererseits ist sie ein Beispiel f\u00fcr eine nicht gef\u00e4hrliche Haubennetzspinne im Gegensatz zu den immer wieder in den Medien genannten und zurecht gef\u00fcrchteten, f\u00fcr den Menschen giftigen Schwarzen Witwen aus dem Mittelmeerraum. Eine weitere Besonderheit ist das Zirpen der balzenden M\u00e4nnchen.<\/p>\n<p>Mit der Wahl der Spinne des Jahres soll aber nicht nur eine wenig beliebte Tiergruppe ins rechte Licht ger\u00fcckt werden, sondern gleichzeitig erhoffen sich die Wissenschaftler, Daten zur aktuellen Verbreitung zu bekommen. In diesem Sinne: erfreuen Sie sich an der Spinne des Jahres und helfen Sie mit ihrer Fundmeldung oder ihrem Foto bei der Dokumentation dieser Art.<\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde die \u201eEurop\u00e4ische Spinne des Jahres\u201c von 83 Arachnologen aus 26 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Die Koordination der Wahl liegt beim Naturhistorischen Museum Wien, in Zusammenarbeit mit der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) und der European Society of Arachnology (ESA).<\/p>\n<p>Christoph H\u00f6rweg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2018<\/p>\n<p>Die Fettspinne \u2013 <em>Steatoda bipunctata<\/em> (Linnaeus, 1758)<\/p>\n<p>Die Fettspinne, <em>Steatoda bipunctata<\/em> (Linnaeus, 1758), geh\u00f6rt zur Familie der Haubennetzspinnen (= Kugelspinnen, Theridiidae). 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