{"id":3658,"date":"2024-12-20T09:24:30","date_gmt":"2024-12-20T08:24:30","guid":{"rendered":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=3658"},"modified":"2025-01-22T09:11:36","modified_gmt":"2025-01-22T08:11:36","slug":"spider-of-the-year-2025-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=3658","title":{"rendered":"Spider of the year 2025 &#8211; DE"},"content":{"rendered":"<p><strong>Spinne des Jahres 2025<\/strong><\/p>\n<p><em>Segestria senoculata <\/em>(Linnaeus, 1758)<\/p>\n<p><strong>Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Information<\/strong><\/p>\n<p>Die Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne, <em>Segestria senoculata <\/em>(Linnaeus, 1758), geh\u00f6rt zur Familie der Fischernetzspinnen (Segestriidae). Diese Spinnenfamilie besteht weltweit aus f\u00fcnf Gattungen mit 181 Arten. Die Gattung <em>Segestria<\/em> (Echte Fischernetzspinnen) umfasst 22 Arten, von denen acht Arten auch in Europa vorkommen.<\/p>\n<p><strong>Verbreitung, Lebensraum und Gef\u00e4hrdung<\/strong><\/p>\n<p>Die Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne ist pal\u00e4arktisch verbreitet und kommt in ganz Europa vor. Die H\u00f6henverbreitung reicht von der planar-kollinen H\u00f6henstufe (bis 800m Seeh\u00f6he) bis zur Waldgrenze in ca. 2200m H\u00f6he (in den Zentralalpen). <em>Segestria senoculata <\/em>lebt im Wald und in Block- und Schutthalden. Aufgrund ihrer H\u00e4ufigkeit und einer gro\u00dfen Habitatverf\u00fcgbarkeit wird sie in den Roten Listen als nicht gef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p><strong>Beschreibung<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge von <em>Segestria senoculata <\/em>betr\u00e4gt bei Weibchen 7\u201310 mm, die M\u00e4nnchen sind mit 6\u20139 mm etwas kleiner. Beide Geschlechter \u00e4hneln sich in F\u00e4rbung und Zeichnung. Der Vorderk\u00f6rper ist gl\u00e4nzend braun, der ovale Hinterk\u00f6rper blass beige\/grau, dorsal mit dunkelbraunem, gelappten\/lateral gebuchtetem Mittelband (\u00e4hnlich dem dunklen Muster einer Kreuzotter). Die Beine sind hellbraun und weisen eine dunkle Ringelung auf.<\/p>\n<p>Die meisten Spinnenarten haben acht Augen, die Fischernetzspinnen besitzen jedoch nur sechs, die in drei Gruppen von je zwei Augen angeordnet sind und von oben gesehen ein grobes &#8220;H&#8221; bilden.<\/p>\n<p><strong>Lebensweise<\/strong><\/p>\n<p>Wie alle Fischernetzspinnen ist die Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne vorwiegend nachtaktiv und legt f\u00fcr den Beutefang ein charakteristisches Spinnennetz an. Das ist ein r\u00f6hrenf\u00f6rmiger Gespinstschlauch in Ritzen, Spalten (unter Baumrinde, Steinen etc.) und vom Vordereingang der Wohnr\u00f6hre gehen strahlenf\u00f6rmig einzelne Seidenf\u00e4den aus, die als Stolperdr\u00e4hte f\u00fcr vorbeikommende Beutetiere (vor allem Insekten) angelegt werden und entsprechende Vibrationen weiterleiten.<\/p>\n<p>Nach Einbruch der Dunkelheit bewegt sie sich <em>Segestria senoculata<\/em> zum Eingang der Wohnr\u00f6hre, wo sie auf Beute lauert. Dabei zeigt sie eine f\u00fcr alle Fischernetzspinnen charakteristische Beinstellung: Die ersten drei Beinpaare sind n\u00e4mlich zusammen nach vorne und das vierte Beinpaar nach hinten gerichtet. Keine anderen Spinnen zeigen eine derartige Beinstellung!<\/p>\n<p>In der Paarungszeit verlassen die M\u00e4nnchen die Wohnr\u00f6hren, um sich auf die Suche nach Weibchen zu begeben. Geschlechtsreife Tiere der Gew\u00f6hnlichen Fischernetzspinne k\u00f6nnen ganzj\u00e4hrig angetroffen werden. Trifft ein paarungsbereites M\u00e4nnchen auf das Netz eines Weibchens r\u00fcttelt es an den Signalf\u00e4den. Reagiert das Weibchen nicht aggressiv, kommt es zur Paarung, bei der das M\u00e4nnchen mit gespreizten Kieferklauen den Hinterk\u00f6rper des Weibchens umklammert.<\/p>\n<p>Nach der Paarung werden die Eier vom Weibchen in der Wohnr\u00f6hre befruchtet und in einen ovalen Kokon eingesponnen; dieser enth\u00e4lt zwischen 60 bis 180 Eier. Die Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne ben\u00f6tigt ebenso wie ihre beiden mitteleurop\u00e4ischen Schwesterarten rund zwei Jahre bis zur Geschlechtsreife.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Arten<\/strong><\/p>\n<p>In Mitteleuropa kommen noch zwei weitere <em>Segestria<\/em>-Arten vor: die Bayerische Fischernetzspinne, <em>Segestria bavarica,<\/em> die etwas gr\u00f6\u00dfer ist (bis 14 mm) und deren dunklen Flecken am Hinterleib nicht durchgehend sind, und die M\u00e4chtige Fischernetzspinne, <em>Segestria florentina<\/em>, die bis zu 22 mm gro\u00df wird und einen g\u00e4nzlich schwarz gef\u00e4rbten K\u00f6rper hat.<\/p>\n<p><strong>Warum wurde die Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne zur Europ\u00e4ischen Spinne des Jahres gew\u00e4hlt? <\/strong><\/p>\n<p>Mit dieser Art kann erstmals ein Vertreter der Fischernetzspinnen vorgestellt werden mit einigen Eigenheiten: sechs statt acht Augen, charakteristisches Spinnennetz, einzigartige Beinstellung!<\/p>\n<p>Mit der Wahl der Spinne des Jahres soll aber nicht nur eine \u201ewenig beliebte\u201c Tiergruppe ins rechte Licht ger\u00fcckt und auf bedrohte Lebensr\u00e4ume \u2013 hier nat\u00fcrliche Kleinstlebensr\u00e4ume wie Ritzen und L\u00f6cher an Baumrinde und Felsen \u2013 hingewiesen werden, sondern gleichzeitig erhoffen sich die Wissenschaftler, Daten zur aktuellen Verbreitung zu bekommen. In diesem Sinne: halten Sie beim n\u00e4chsten Spaziergang im Wald, bei der n\u00e4chsten Wanderung auf den Bergen die Augen offen und helfen Sie mit ihrer Fundmeldung\/ihrem Foto bei der Dokumentation dieser Art.<\/p>\n<p>Die Koordination zur Spinne des Jahres liegt beim Naturhistorischen Museum Wien, in Zusammenarbeit mit der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) und der European Society of Arachnology (ESA).<\/p>\n<p>Christoph H\u00f6rweg &amp; Norbert Milasowszky<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Spinne des Jahres 2025<\/strong><\/p>\n<p><em>Segestria senoculata <\/em>(Linnaeus, 1758)<\/p>\n<p><strong>Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Information<\/strong><\/p>\n<p>Die Gew\u00f6hnliche Fischernetzspinne, <em>Segestria senoculata <\/em>(Linnaeus, 1758), geh\u00f6rt zur Familie der Fischernetzspinnen (Segestriidae).<\/p>\n<p><span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=3658\">Read more &#8250;<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":112,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[119],"tags":[],"class_list":["post-3658","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spider_of_the_year_2025"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/112"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3658"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3658\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3669,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3658\/revisions\/3669"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}