{"id":3772,"date":"2026-02-03T18:07:00","date_gmt":"2026-02-03T17:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=3772"},"modified":"2026-02-03T18:07:00","modified_gmt":"2026-02-03T17:07:00","slug":"spider-of-the-year-2026-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=3772","title":{"rendered":"Spider of the year 2026 &#8211; DE"},"content":{"rendered":"<p><strong>Spinne des Jahres 2026<\/strong><\/p>\n<p><em>Mangora acalypha <\/em>(Walckenaer, 1802)<\/p>\n<p><strong>Streifenkreuzspinne<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Information<\/strong><\/p>\n<p>Die Streifenkreuzspinne, <em>Mangora acalypha <\/em>(Walckenaer, 1802), geh\u00f6rt zur Familie der Radnetzspinnen (Araneidae). Diese Spinnenfamilie ist die drittgr\u00f6\u00dfte weltweit und besteht aus 198 Gattungen mit \u00fcber 3.160 Arten. Die Gattung <em>Mangora<\/em> umfasst 190 Arten, von denen in Europa aber nur diese eine Art vorkommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verbreitung, Lebensraum und Gef\u00e4hrdung<\/strong><\/p>\n<p>Die Streifenkreuzspinne ist pal\u00e4arktisch verbreitet und kommt in ganz Europa vor. Die bevorzugte H\u00f6henstufe ist planar-kollin (bis 800m Seeh\u00f6he) mit immer selten werdenderen Funden bis zu 1000m Seeh\u00f6he in Deutschland bzw. sogar 1500m in Frankreich. <em>Mangora acalypha <\/em>bewohnt viele, vornehmlich sonnige, Lebensr\u00e4ume wie Trockenrasen, Wiesen, G\u00e4rten, Ruderalstandorte und lichte W\u00e4lder. Aufgrund ihrer H\u00e4ufigkeit und einer gro\u00dfen Habitatverf\u00fcgbarkeit wird sie in den Roten Listen als nicht gef\u00e4hrdet eingestuft.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Beschreibung<\/strong><\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge von <em>Mangora acalypha <\/em>betr\u00e4gt bei Weibchen 4,5\u20136 mm, die M\u00e4nnchen sind mit 3\u20133,5 mm etwas kleiner. Beide Geschlechter \u00e4hneln sich in F\u00e4rbung und Zeichnung. Der Vorderleib ist einfarbig hell gelblich oder gr\u00fcnlich braun und weist einen schwarzen Rand sowie einen schwarzen Mittelstreifen auf; der Grundton des Hinterleibs ist wei\u00dflich-gelb. Charakteristisch ist die Zeichnung auf der Oberseite des Hinterleibs: sie besteht aus drei dunklen Streifen \u2013 genauer gesagt sind es drei Reihen schwarzer Punkte, die durch L\u00e4ngsstriche verbunden sind. Die Interpretation dieses Zeichnungsmusters ist sehr unterschiedlich und reicht von einfachen Streifen (daher der Popul\u00e4rname im deutschsprachigen Raum) bis hin zur Form eines Cricketschl\u00e4gers (\u201ecricket-bat orb weaver\u201c in England) oder einer kleinen Flasche (\u201emangore petite bouteille\u201c in Frankreich).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Lebensweise<\/strong><\/p>\n<p><em>Mangora acalypha<\/em> hat eine Fortpflanzungsperiode vom sp\u00e4ten Fr\u00fchling bis zum Sommer. Geschlechtsreife Tiere sind von April bis August anzutreffen. Ab etwa Mitte Mai legt das Weibchen seine Eier ab. Der Kokon aus wei\u00dfer Seide mit einem Durchmesser von 4\u20135 mm umschlie\u00dft etwa 25 Eier. Die Jungspinnen schl\u00fcpfen noch im Juli und machen die ersten H\u00e4utungen durch; sie \u00fcberwintern im Boden in Moos und Streu und im Fr\u00fchjahr erfolgen weitere H\u00e4utungen der Jungspinne bis zur Reifeh\u00e4utung zum geschlechtsreifen Tier.<\/p>\n<p>Die Streifenkreuzspinne baut ihre Netze sowohl an der Basis der Vegetation auf niedrigen Pflanzen in der Krautschicht als auch auf Str\u00e4uchern und B\u00fcschen, meist in sonnigen offenen Habitaten. Das rund 20-30 cm breite Netz ist meist schr\u00e4g ausgerichtet mit 40\u201360 Speichen und einem geschlossenen Zentrum (Nabe, Netzmitte) aus sehr fein gesponnenen Seidenf\u00e4den.<\/p>\n<p>Die Streifenkreuzspinne baut keinen separaten Schlupfwinkel, und h\u00e4lt sich tags\u00fcber meist in der Mitte des Netzes auf. Bei St\u00f6rung l\u00e4sst sie sich entlang eines Spinnfadens zu Boden fallen oder sucht Schutz in der umgebenden Vegetation.<\/p>\n<p>Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus kleinen Fluginsekten, wie M\u00fccken und Fliegen, die sich im Netz verfangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Arten<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt keine Verwechslungs-Arten: Die Streifenkreuzspinne ist leicht anhand der Zeichnung des Hinterleibs zu erkennen.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Warum wurde die Streifenkreuzspinne zur Europ\u00e4ischen Spinne des Jahres gew\u00e4hlt? <\/strong><\/p>\n<p>Die Streifenkreuzspinne ist h\u00e4ufig und weit verbreitet und daher ist sie bei Spazierg\u00e4ngen und Streifz\u00fcgen in der Natur fast \u00fcberall anzutreffen. Und man kann sie leicht erkennen: Nicht nur die Spinne selbst ist aufgrund ihres charakteristischen Zeichnungsmusters auf dem Hinterleib unverwechselbar, auch ihr Netz ist mit seiner hohen Anzahl an Speichen und dem feinmaschigen Zentrum von den Netzen anderer Radnetzspinnen leicht zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Mit der Wahl der Spinne des Jahres soll aber nicht nur eine \u201ewenig beliebte\u201c Tiergruppe ins rechte Licht ger\u00fcckt werden, sondern gleichzeitig erhoffen sich die Wissenschaftler, Daten zur aktuellen Verbreitung zu bekommen. In diesem Sinne: halten Sie beim n\u00e4chsten Spaziergang die Augen offen und helfen Sie mit ihrer Fundmeldung\/ihrem Foto bei der Dokumentation dieser Art.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Koordination zur Spinne des Jahres liegt beim Naturhistorischen Museum Wien, in Zusammenarbeit mit der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) und der European Society of Arachnology (ESA).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Christoph H\u00f6rweg &amp; Norbert Milasowszky<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Spinne des Jahres 2026<\/strong><\/p>\n<p><em>Mangora acalypha <\/em>(Walckenaer, 1802)<\/p>\n<p><strong>Streifenkreuzspinne<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Information<\/strong><\/p>\n<p>Die Streifenkreuzspinne, <em>Mangora acalypha <\/em>(Walckenaer,<\/p>\n<p><span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=3772\">Read more &#8250;<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":112,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[120],"tags":[],"class_list":["post-3772","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spider_of_the_year_2026"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3772","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/112"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3772"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3772\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3773,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3772\/revisions\/3773"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3772"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3772"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3772"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}