{"id":457,"date":"2015-08-14T13:18:28","date_gmt":"2015-08-14T11:18:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.european-arachnology.org\/wdp\/?p=457"},"modified":"2015-11-09T14:20:41","modified_gmt":"2015-11-09T13:20:41","slug":"spider-of-the-year-2015-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/european-arachnology.org\/esa\/?p=457","title":{"rendered":"Spider of the year 2015 &#8211; DE"},"content":{"rendered":"<h4>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2015<\/h4>\n<p>Die Vierfleck-Zartspinne \u2013 <em>Anyphaena accentuata<\/em> (Walckenaer 1802)<\/p>\n<p>Die Vierfleck-Zartspinne, <em>Anyphaena accentuata<\/em> (Walckenaer 1802), geh\u00f6rt zur Familie Zartspinnen (Anyphaenidae). Diese Spinnenfamilie hat weltweit nur knapp \u00fcber 500 Arten, im Mittelmeerraum gibt es 8, in Europa 6 und in Mitteleuropa 2 Vertreter. Zartspinnen \u00e4hneln den Sackspinnen, unterscheiden sich aber durch die Stellung der Tracheen\u00f6ffnung, die bei den Zartspinnen in der Mitte der Bauchseite liegt.<\/p>\n<p>Die Vierfleck-Zartspinne kommt in ganz Europa vor und ist auch sehr h\u00e4ufig. Sie lebt bevorzugt in der Stamm- und Kronenschicht von Laubb\u00e4umen, aber auch auf B\u00fcschen und Nadelb\u00e4umen. <em>Anyphaena accentuata<\/em> ist eine Talbewohnerin, die die Obergrenze ihrer Vertikalverbreitung im Allgemeinen bei 1000 m Seeh\u00f6he findet. Die h\u00f6chsten Nachweise liegen in K\u00e4rnten \u00d6sterreich) und im Unterengadin (Schweiz) bei knapp \u00fcber 1100 m.<br \/>\nTags\u00fcber ist sie in einem Wohngespinst aus zusammengesponnenen Bl\u00e4ttern versteckt, wo dann auch die Paarung und die Eiablage stattfinden; als nachtaktiver R\u00e4uber jagt sie kleinere Fluginsekten. Im Winter findet man Anyphaena accentuata regelm\u00e4\u00dfig unter der Rinde abgestorbener B\u00e4ume. Auch kommt die Art immer wieder in die N\u00e4he menschlicher Behausungen und kann bei n\u00e4chtlichen Streifz\u00fcgen an Hausw\u00e4nden angetroffen werden. M\u00e4nnchen sind im Fr\u00fchsommer (Mai und Juni) adult. Am besten sind die erwachsenen Vierfleck-Zartspinnen von Mai bis August zu sehen \u2013 zu dieser Zeit sind beide Geschlechter aktiv.<\/p>\n<p>Die K\u00f6rperl\u00e4nge betr\u00e4gt bei Weibchen (Abbildung oben) 5-9 mm, M\u00e4nnchen (Abbildungen unten) sind mit 4-7 mm etwas kleiner. Der K\u00f6rper ist blassgelb bis mittelbraun gef\u00e4rbt, der Vorderk\u00f6rper mit schwarzen, gezackten Seitenb\u00e4ndern, am Hinterk\u00f6rper sind mittig 4 schwarze, eckige Flecken zu sehen, die f\u00fcr diese Art charakteristisch sind, die Beine selbst sind gelbbraun-schwarz gescheckt. Bei M\u00e4nnchen findet man oft eine kr\u00e4ftigere Zeichnung.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nnchen zeigen zudem ein ungew\u00f6hnliches Paarungsverhalten. Sie trommeln mit den Tastern und dem 1. Beinpaar auf die Wohnr\u00f6hre des Weibchens und gleichzeitig vibriert der Hinterleib, wodurch ein summender Ton erzeugt wird. Daher werden diese Spinnen im Englischen auch \u201ebuzzing spiders\u201c genannt.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich wie auch in ganz Mitteleuropa ist die Art nicht gef\u00e4hrdet. Ein gesetzlicher Schutz f\u00fcr diese Spinnenart besteht nicht. Naturschutzfachliche F\u00f6rderma\u00dfnahmen f\u00fcr die Spinne des Jahres 2015 sind die R\u00fcckf\u00fchrung von Fichtenmonokulturen in naturnahe Laub- und Mischw\u00e4lder sowie das Belassen von vor allem stehendem Totholz.<\/p>\n<p>Warum wurde die Vierfleck-Zartspinne zur Europ\u00e4ischen Spinne des Jahres gew\u00e4hlt?<br \/>\nMit ihr kann eine bisher noch nicht genannte Spinnenfamilie vorgestellt werden, die Art selbst ist durch die 4 charakteristischen schwarzen Flecken am Hinterleib gut zu erkennen \u2013 dies erleichtert auch die Best\u00e4tigung von Fundmeldungen anhand eines Fotos; sie kann das ganze Jahr \u00fcber recht leicht beobachtet werden, nicht nur im Freiland, sondern auch immer wieder in unseren Wohnungen, wo sie beispielsweise mit dem Christbaum eingetragen wird; und die F\u00e4higkeit, einen Ton zu erzeugen, ist im Spinnenreich schon ziemlich einzigartig \u2026<\/p>\n<p>Gew\u00e4hlt wurde die \u201eEurop\u00e4ische Spinne des Jahres\u201c von 83 Arachnologen aus 26 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Die Koordination der Wahl liegt beim Naturhistorischen Museum Wien, in Zusammenarbeit mit der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) und der European Society of Arachnology (ESA).<\/p>\n<h4>Kontakt \u00d6sterreich und Deutschland<\/h4>\n<p>Mag. Christoph H\u00f6rweg, Naturhistorisches Museum Wien, 3. Zoologische Abteilung, Burgring 7, A-1010 Wien, \u00d6sterreich<br \/>\nchristoph.hoerweg(a)nhm-wien.ac.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Spinne des Jahres 2015<\/p>\n<p>Die Vierfleck-Zartspinne \u2013 <em>Anyphaena accentuata<\/em> (Walckenaer 1802)<\/p>\n<p>Die Vierfleck-Zartspinne, <em>Anyphaena accentuata<\/em> (Walckenaer 1802), geh\u00f6rt zur Familie Zartspinnen (Anyphaenidae). 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